Projektbeschreibung
In allen EU-Staaten stellt die Gruppe der alleinerziehenden Eltern eine Risikogruppe für chronische Kinderarmut dar.
Bisherige Programme setzen an der Fragestellung an, wie man allein erziehende Eltern und ihre Kinder unterstützen kann.
Unser Forschungsprojekt setzt davor an, ist also präventiver Natur: Wie kann man verhindern, dass es zu allein erziehenden Eltern kommt? Wie kann man bestehende Ehen stabilisieren?
Der Pädagoge und Seelsorger Josef Kentenich (*1885 +1968) hat aufgrund seiner eigenen Biographie (uneheliches Kind, kam mit 8 Jahren in ein Waisenhaus) die verhängnisvollen Folgen instabiler personaler Beziehungen erlebt und erlitten. Während seiner 3-jährigen Inhaftierung im KZ Dachau hat er mit dem ebenfalls inhaftierten Zentrumspolitiker Fritz Kühr den Grundstein gelegt für eine Familienbewegung, die sich in besonderer Weise der Stabilisierung der Ehe und Familie widmet. Nach dem schwerpunktmäßigen Wirkungsort des Pädagogen Kentenich nennt sich diese Familienbewegung "Schönstatt-Familien-Bewegung". Schönstatt ist ein Ortsteil von 56179 Vallendar in Rheinland-Pfalz, Deutschland.
Die föderative Struktur der Bewegung (Kentenich lehnte zentralistische Strukturen für sein Werk ab.) führte dazu, dass in vielen europäischen und lateinamerikanischen Ländern in großer Eigenständigkeit verschiedene Modelle und Veranstaltungstypen zur präventiven Ehe- und Familienarbeit entwickelt wurden.
Alle Initiativen kreisen um die Kernfrage:
Wie kann man die gesicherten Ergebnisse der Kommunikationspsychologie und bewährtes Brauchtum so popularisieren, dass eine neue Gesprächskultur in der Ehe und Familie entwickelt wird, unabhängig vom jeweiligen Bildungsgrad der Ehepartner?
In Deutschland, Österreich und Ungarn liegen langjährige Erfahrungen mit bestimmten Veranstaltungstypen vor, die eine stabilisierende Wirkung auf die Ehen und Familien ausüben. In keinem europäischen Land wurden bisher diese Ergebnisse streng soziologisch evaluiert.
Ziele der Partnerschaft
1. Qualitative und quantitative Erfassung der Veranstaltungstypen in den einzelnen Ländern.
2. Übernahme von gelungenen Modellen aus einzelnen Ländern in den anderen Ländern.
3. Standardisierung der Ausbildungs-Module für Multiplikatoren in den einzelnen Ländern.
4. Optimierung der PR-Arbeit in den einzelnen Ländern, um auch bildungsferne Schichten zu erreichen.
Aufgabenverteilung innerhalb der Partnerschaft
In allen teilnehmenden Institutionen gibt es schon Personen, die sich in den o.g. Anliegen haupt- und ehrenamtlich engagieren. Genau von diesen Vertretern kam der ausdrückliche Wunsch nach einem intensiveren internationalen Erfahrungsaustausch, um die Qualität zu verbessern.